Tischlein, deck dich

Schreibtisch

Unten auf dem Boden sehen wir ein MHL-Kabel. Das erwarb ich, weil ich dachte, ich müsse mit meinem Handy Filme auf den Beamer projezieren können. Dafür kaufte ich auch ein Handy, mit dem das geht. Mache ich nie. In diesem Papierstapel liegt eine kabellose Tastatur. Die wiederum schaffte ich an, weil ich davon ausging, dass ich sie, wenn ich sie erstmal mit dem Tablet verbunden habe, dazu nutze, einen Roman zu schreiben. Und ich behauptete mir gegenüber, dass ich damit viel Geld sparen würde, weil ich mir dann ja keinn Laptop kaufen müsste. Dann kaufte ich mir einen Laptop, versichterte mir aber im Augenblick des Kaufes, dass ich ebay-Seller werde und die Tastatur verkaufe. Die Original-Verpackung habe ich zwei Stunden gesucht und sie schließlich in der Papiermülltonne im Garten gefunden. Ich war sehr stolz. Das war im September. Auch in dem Stapel zu sehen ist mein altes Tablet. Das ist ein bisschen kaputt, aber ich wollte es immer als Netzradio verwenden, um COSMO hören zu können. Dafür habe ich einiges an Kabeln gekauft. Rechts im Bild ist ein Brief der Niedersächsischen Landesschulbehörde. Der erinnert mich daran, dass ich meiner Krankenkasse mitteilen muss, dass ich in Elternzeit bin, damit ich Geld sparen kann. Zwischendurch liegt Spielgeld vom „Wild Life“-Spiel herum. Dafür kann ich nichts. Der Luftballon ist unverkennbar von der Einschulung meines Sohnes, die immerhin dieses Jahr war. Der einzige Alkohol im Bild ist verdorben, ich wusste nicht, dass der sich nicht so lange hält. Die Schülerarbeit unter dem Stuhl habe ich gerade entfernt. Der 20-seitige Würfel erinnert mich daran, dass ich mal einen Helden erstellen muss. Das ist allerdings ein Projekt, das so viele Festlegungen enthält, dass es unmöglich durchführbar ist. Ah, der Briefumschlag mit den Arztrechnungen ist auch zu sehen. Es ist der braune in dem Papierstapel. Nur scharfen Schauern eröffnet sich die Tatsache, dass ich mal meinen hässlichen Stahlschrank beschriftet habe… Als ob ich mir bei fünf Fächern nicht merken könnte, was sich darin befindet. Meine Leser dürfen sich jetzt eine Sache wünschen, die ich wegräume oder um die ich mich kümmere. Heute aber nicht mehr. Wenn niemand etwas wünscht, tendiere ich dazu, den USB-Stick wieder in meine Schultasche zu klipsen.

Es gibt auch Lichtblicke: Der Papierkorb ist geleert, das Bier ist alkoholfrei. Muss wohl von einem Wochentag stammen.

 

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4 Kommentare zu „Tischlein, deck dich

  1. Den Zettel beschriften mit „nicht wegschmeißen“.
    Warum stellst du eigentlich ein Bild deiner Göttinger WG-Zeit ein und warum ist das „Ich-trink-Ouzo-Bild“ am linken Rand des Röhrenmonitors weg?
    Dabei fällt mir auf, der Monitor ist auch weg, du solltest nicht soviel wegschmeißen.

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