Versuch über den geglückten Tag

Man müsste so mäßig früh aufstehen, Frühstücken – natürlich nicht zu viel, aber auch nicht gleich Obst, man würde so Kaffee trinken und dabei Zeitung lesen. Dann würde man zum Schreibtisch gehen. Der wäre aufgeräumt. Man würde so ein Projekt weiterführen – ob das die Planung eines Fantsy-Abenteuers wäre oder ein Roman oder eine politische Kolummne (erwähnte ich, dass die Welt auf meinen Beitrag zur Sexismus-Debatte warte…?), man wäre da sehr vertieft, die Zeit vergingen ein bisschen unmerklich, bald wäre es 11:30. Dann würde man Sport machen. Oder vielleicht einen Spaziergang im Schnee. Mittags würde man etwas Leichtes essen – f hat mir einen Fit for Fun Adventskalender gebastelt mit Fitness-Übungen und Körnern, ich habe nicht mal die erste Übung geschafft, während ich uns beiden einen Achtsamkeits-Adventskalender gekauft habe. Heute sollte man intensiv riechen.

Nach dem Essen wäre man nicht müde, weil es ja nur etwas Leichtes war. Man würde dann mit neuen Ideed, die man vom Sport oder vom Essen hat, zurück an den Schreibtisch kehren. Da würde man zunächst die Psot durchsehen und Überweisungen machen. Vielleicht hätte man das auch besser morgens gemacht. Und schon schlichen sich die ersten Patzer ein. Egal, heute gäbe es keine so wichtige Post. Man würde dann im Wesentlichen bis 16 Uhr schreiben, dann würde man ein bisschen Ordnung im Haus machen. Hätte man Kinder? Die kämen dann wohl und man würde mit ihnen einen Tee trinken und etwas lesen. Oder losgehen und Schwarzlicht-Golf spielen – ich weiß nicht so rcht, was das ist, sah aber eine Werbung. Eins der Kinder würde bemerken: Lustig, immer x-tags gehen wir Schwarzlichtgolf spielen. Das ist ja schon fast eine Tradition. Man würde dem Kind so über den Kopf sttrubbeln und alle würden lachen. Abends würde man nach dem gemüseartigen Abendbrot „Der kleine Hobbit“ vorlesen. Wenn die Kinder im Bett wären, würde man sich mit f unterhalten, vielleicht ein Schluck Wein trinken, fröhlich einen Urlaub planen, sich gegenseitig Tilman Rammstedt vorlesen und planen, was man am Wochenende macht. Von dem geglückten Tag hätte man so viel Energie – würde man dann im Bett merken. Man wüsste zudem am geglückten Tag, dass der Wecker nicht um 6:24 klingeln würde.

Wir hatten gestern Weihnachtsfeier mit dem Kollegium. Um 23:00 reichte mir eine Kollegin einen Cuba Libre. Der schmeckte fast nur nach Cuba und kaum nach libre. Ich fragte dann, hast du gesagt, er solle den extra stark machen und sie lachte. Bei einer der letzten Weihnachtsfeiern bestellte sie mir einen Long Island Ice Tea – ein Getränk, das mit unbekannt war. Ich fiel dann mit dem Barhocker um, da ich mich geistesgegenwärtig mit den Füßen einhakte, als der kippte. Das Ereignis zog Gerüchte nach sich. Gestern hatte ich dann irgendwie keine Lust auf Bier mehr. Das war schlimm. Ich schüttete das Rest-Bier (also meins) in die Toilette. Das ist jetzt keine Allegorie für sich übergeben, ich war gerade auf der Toilette, als sich das Bier gegen mich zu richten begann. Auch das ist keine Allegorie. Ich schlich mich dann weg mit dem Abgang, den viele Nationen für sich beanspruchen, ich nenne ihn mal englisch. Das ist ein Moment, in dem man Freiheit verspürt: einfach abhauen, wenn einem danach ist. Ich hatte auf meiner halbstündigen Fahrradtour nach Hause durchgehend Schluckauf trotz zahlreicher hausrezeptigen Luftschluckübungen. Um 23:50 war ich ungefähr zu Hause und labterte f voll damit, dass das Kollegium nicht das Zuhause ist und sie das Zuhause sei. Diese Erkenntnis warf mich um und ich schlummerte ein bisschen auf dem Wohnzimmerfußboden.

Der geglückte Abend sieht nicht exakt so aus. Aber immerhin war ich nicht allzumüde, als mich mein Sohn um 8 weckte um zu fragen. ob er jetzt sein Kästchen öffnen dürfe. Vielleicht kommt man doch aus der Übung mit der Wochentags-Alkohol-Regelung…

PS: Ziemlich Vieles an meinem geglückten Tag klingt etwas langweilig.

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10 Kommentare zu „Versuch über den geglückten Tag

  1. – Langweilig klingt gar nichts. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass klein „f“ im Sinne von seb. ist. „F.“ käme mir adäquater, menschlicher, anti-sexistischer vor.
    – Du brauchst dringend ein Korrektorat und ohne Bezahlung mache ich das nicht mehr. Ein zweiter eigener Lektüregang sollte das eigentlich schon erfüllen können.
    – Florian G. und Denise B. fragen, ob sie Zugang zu Deinem Fanclub und also zu dieser URL bekommen dürfen?!
    – Paare mit Achtsamkeit-Kalender empfinde ich als Alptraum. Dann bleib ich lieber auf Ewigkeit Single.
    – Niemand wartet auf Deine Einlassung zur #Meetoo-Debatte.
    – Da, wo ich herkomme, gibt es nur Schwarzlicht-Minigolf.

    So long.

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  2. .. ich verbreite ja den Link zum Blog ungefragt, darf ich das? ..Schwarzlicht-Minigolf kenn‘ ich ausm Görli, sollte aber eher Laute-Kindertechno-Musik-Minigolf heißen .. Und hätte es nicht auch ein Adventskalender mit Zaunpfählen getan – sozusagen einer für alle .. wie der Emgländer sagt, wink with the fence post (google translator) .. hatte gestern ein total leckeres gemüseartiges Abendbrot, Rezept kannst bei mir bestellen .. viele Grüße (öfter mal über die Kommentarfunktion grüßen), auch an Scha!

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  3. Du warst das! Letztens wollte ein Sportsfreund die Weihnachtsfeier im Schwarzlicht-Minigolf-Club abhalten und ich erinnerte mich, dass mich davor jemand gewarnt hatte. War es so?

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  4. Nur vier Mal? Echt? Vielleicht kannst du nach „gefällt mir“ wieder. Du kannst gern weiterleiten, Denise wollt ich jetzt aber nicht. Überhaupt Frauen… weiß ja nicht.

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  5. Denise weiss aber, wie der Blog heisst (ich habe auch bei Freunden getrunken), aber sie wird ihn nicht finden, denke ich. Weil sie ihn bestimmt mit deinem Namen verbunden googelt, wenn sie sich überhaupt daran erinnert und noch nüchtern Interesse daran hat.
    By the way: Dass Du am 4.12. um 19.01 gepostet hast erscheint mir beim Lesen um 18.23 desselben Tages unwahrscheinlich.

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  6. Endlich siehst du ein, dass das mit der Wochentagsregelung Quatsch ist.
    Einen Long-Island-Icetea nicht zu kennen zeigt, dass die Kollegin wohl aus nem anderen Jahrzehnt kommt als du.
    Hast du sie nach Alf gefragt? Den kannte sie bestimmt nicht.

    Besser wäre es sich übrigens geistesgegenwärtig am Tresen festzuhalten, wenn der Hocker kippelt…

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