Ode an die Menduse

Heute möchte ich euch die Prokrastinier-Menduse vorstellen. Manche, die keinen kleinen Bruder haben, der mit ihnen immer Heroes of Might and Magic II gespielt hat, nennen sie auch Medusen. Egal. Es geht darum, wie der Prokrastinier-Blick der Mendusen uns rettet. Rettet? Das ist eigentlich nicht der historische Auftrag der Gargantenschwestern oder wie die heißen (Gorgonen, ich hab nachgeguckt). Das stimmt. Sie selbst hat davon übrigens auch nichts, das Ganze ist eine Bosheit, von Athene verübt, weil der nicht recht war, dass die Menduse, ursprünglich steinerweichend schön, einen Blick auf Poseidon geworfen hatte. Danach war für die Gorgonin Schluss mit Männern, jedenfalls von vorne.

Das Retten geht so: Irgendwelche Arschlöcher (geändert zu: Leute) haben mal ein Buch geschrieben, das ungefähr „Krankheit als Metapher oder Lösung oder Weg“ heißt. Während das bei Krebs eine Unverschämtheit ist, kann man vielleicht bei psychischen Krankheiten darüber nachdenken. Die Grundüberlegung wäre, dass Prokrastinierer eigentlich Workoholics sind. Wenn man sie ließe, hätten sie sich innerhalb von kürzester Zeit zunichtegearbeitet. Sie würden dann zombiemäßig durch ihren Alltag schlurfen und nicht mal mehr ihre Kinder grüßen, selbst die leiblichen nicht. Es gilt also, diese Projekte von ihnen fernzuhalten. Da kommt die Mendusa als Demotivationstrainerin ins Spiel: Ein Workoholic-Prokrastinierer liegt auf der Couch und schickt sich an zu hektischer Aktivität. Die Menduse kommt angeschlängelt und beäugt ihn. Er wird nicht zu Stein, aber doch ein bisschen gelähmt. Nun brät er sich ein Ei. Oder sieht einen Film oder scrollt sich durch Indien. Ansonsten wäre er den Grauen Herren (Momo) hinterhergerannt, um sich an Projekten abzuarbeiten, wie CEO in Waffenfirmen werden, Ministerposten in der Groko oder Ähnliches, vielleicht auch ein Jodelkurs. Dann würde er sich am Ende des Lebens fragen, was das sollte und denken, er hätte mal lieber ein Ei braten sollen oder einen Film sehen oder gemächlich zu einem Brunnen laufen. Ergänzt: Die Krankheit Prokrastiantion ist hier also die Lösung für ein Problem, von dem sie gar nicht wissen, dass sie es haben.

Soweit die Ode an die Menduse. Danke, uneigennützige Frau, äh Tier. Man merkt, dass das ein Plan ist, hinter dem letztlich Athene steckt. Ein Beispiel, was man macht, wenn die Menduse nicht richtig funktioniert, sieht man hier im Beitragsbild: Man legt aus Bügelperlen eine Menduse. Echt?

Super, Ondyx.

https://ondyx.deviantart.com/art/Medusa-Might-and-Magic-2-573158702

Advertisements

2 Kommentare zu „Ode an die Menduse

  1. Ich wäre geneigt fabelhaft zu schreiben, aber muss es korrekterweise ja mythenhaft benennen.

    Geringe Abzüge gibt es für das Nachschauen von Gorgonen, die hat man doch eigentlich immer vor Augen (Schwarzgrünviolettschimmernd ähnlich einem Rind) und der Tatsache, dass die hier ja schon in älteren Beiträgen erwähnten Bügelperlen nicht von der eigenen Sippe drapiert und gebügelt wurden.

    Zugegebenermaßen wundere ich mich wie schnell der Beitrag erschien, das ist Anti-Prokrastinieren vom Feinsten!

    Und ein Nachgang noch; einen kleinen Bruder müsste man haben.

    Gefällt mir

  2. Das mit der „Krankheit als Metapher“ und warum Susan Sontag ein Arschloch sein soll, obwohl sie doch eben gerade die Unverschämtheit zurückweist und den Sprung zur Me(n)duse verstehe ich nicht, wie vieles andere hier auch nicht, aber vielleicht fehlt mir der kleine Bruder.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s