Alexa, suche die Reiterkampfregeln!

Ein geregelter Tagesablauf ist der Schlüssel zum Glück oder: Bau dir eine Tagesklinik! Ferien beißen sich natürlich damit, Sonntage auch und gefühlt ist heute Feriensonntag. Ich war gerade oben und habe Wäsche einsortiert. Ich hasse das vor allem, weil meine Familienmitbewohner*innen kein so richtig gut durchschaubares System haben, was wo hinkommt. Ich auch nicht. Am liebsten würde ich alles aufhängen. Auch T-Shirts. Jedenfalls ist das eine Tätigkeit, die immer misslingt. „Guck mal hier sind so komische ranzige, staubige Sachen, die könnte man ja mal waschen“, sagte F gerade hinter mir im Arbeitszimmer. Ich weiß nicht, was es genau ist. Die These teile ich aber.

Wir haben es geschafft, einen Ausflug zu machen in diesen kurzen Ferien. Wir waren in der Eishalle eislaufen. Die Kinder fanden es super. Ich habe ein bisschen mit Folgendem gehadert: Jetzt sind die Kinder endlich so groß, dass man ihnen nicht mehr immer hinterherlaufen muss – wie zum Beispiel im Supermarkt – da suchen wir uns etwas Neues, wo man genau das muss. Nachdem mein Sohn allerdings ein paar Mal hingefallen war und er trotzdem tapfer weiterfuhr, ging es auch. Ich bleibe aber Aktivitäten gegenüber skeptisch, bei denen keine Couch in der Nähe ist.

Für Jiu-Jutso habe ich mir eine neue Taktik einfallen lassen. Bevor ich jetzt nach 3x Probetraining in den Verein eintrete, schaue ich mir noch einen anderen Verein an. Die trainieren donnerstags. Diese Woche kann ich Donnerstag wahrscheinlich nicht. Jetzt frage ich mich: Will ich mir nur den anderen Verein anschauen als Ausweg um einen Sport nicht zu machen, der mir keinen Spaß macht? Ist hier der Rational Decision Maker oder der Instant Gratifikation Monkey am Steuer? (Tim Urban: Im Kopf eines Prokrastinierers). Ich weiß es nicht, beobachte mich aber weiter kritisch dabei, wie einfallsreich meine Versuche sind, Donnerstag doch zu können.

Ein hochlustige Angelegenheit sind ja Versuche, halbherzig etwas zu tun, die an Mini-Hürden scheitern. Man geht so los und will in die Stadt radeln, um wichtige Verrichtungen zu machen, findet aber die Kopfhörer nicht. Und das war´s dann. Suchen ist an sich ja eine große Angst-Schleuder. Meine DSA-Abenteuer schreibe ich manchmal vor allem dann nicht, wenn ich denke, ich finde die Regel zum Reiterkampf nicht. Ich könnte dann den Figuren, die ich erfinde, natürlich das Pferd wegnehmen. Die würden sich aber bedanken und mich fragen, was sie denn bitte mitten in der Steppe  ohne Pferd sollen, tausend Meilen von jeder bewohnten Gegend entfernt. Gut, könnte ich denken, nehme ich auch noch die Steppe weg und mache stattdessen einen Wald hin. Mit Fluss. Ich seh den Ex-Reiter schon sich fröhlich ob seines Verhandlungserfolges die Hände reiben und nach seinem Bogen greifen um den Helden aufzulauern. Die Fernkampfwaffenregeln sind allerdings ziemlich nervig. Ich weiß auch nicht ob, es da nicht neue gibt. Also müssen die Bäume ein bisschen dichter zusammenrücken… Ob so viele Fantasy-Abenteuer entstehen? Ich habe auch schon so manche Klausur nicht korrigiert, weil ich dachte, ich finde den Rotstift ja eh nicht. Vielleicht muss ich doch mal Alexa kaufen. Kann ich die dann immer fragen, wo was ist? Zumindest die Reiterkampfregeln müsste sie doch finden und vortragen können.

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2 Kommentare zu „Alexa, suche die Reiterkampfregeln!

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