Burger-Kind und Schwimm-Brüste

Wieder da, Putzfrau auch. Ein Glück war ich vorher noch schnell auf der Toilette. Ich habe das Gefühl, dass ich vor den Ferien eine Menge Konzepte und Verbote und Gebote hatte und dass ich mich nicht richtig daran erinnern kann. Wo ich war: Beim Kinder-Ultimate-Frisbee-Training, beim Wii-Golf, beim Marillen-Schnaps-Trinken mit Bruder und Schwägerin – das war sehr spaßig. Bei Mutter, die Sohn 1 mit allerlei Lego gelockt hat. Auf dem Klo, weil ich dachte, mir sei schlecht nach all dem Marillen-Schnaps. Dann habe ich eine Schlafbrille aufgesetzt und hatte Sorge, dass Sohn 1 sich erschreckt, wenn er aufwacht und vor ihm liegt Fly-Man, der nach Marille riecht. Er hat mich dann nachts gehauen und fand, ich sei zu laut. Dann waren wir bei einer Flugshow mit Greifvögeln im Berliner Tierpark. Damit habe ich auch etwas für unsere innere Einheit getan, denn bislang war ich immer nur im Zoologischen Garten. Wenn man ein Basecap mitnimmt zur Flugshow kriegt man vielleicht auch einen Wüstenbussard auf den Kopf gesetzt. Wir waren im Spektrum und haben an Kurbeln gedreht und wir haben uns verzerren lassen. Alles mit 3´er, dem das Schicksal Kinder in die Wiege gelegt hat, um herauszufinden, wie hart er ist. Und mit seiner Frau, die sich in der Zeit um die Kinder kümmerte. Ich war Burger essen mit Seb und P und unseren drei Kindern. Das war wie früher, nur dass da noch drei fast gleichaltrige Kinder dabei waren. Seb und P und ich sind jeweils die mittleren von drei Brüdern. Deswegen fristen wir unser Dasein eher so unbemerkt. Da gibt es ein schönes Stück von fil zu, das ungefähr so geht: 1. Kind ist da, die Eltern: Guck mal, wie süß, er macht irgendwas mit der Hand, schnell, hol die Videocamera. 2. Kind ist da, das Kind: Schaut mal, ich kann mit zwölf Bällen jonglieren. Die Eltern: Ja, aha, kennen wir allet schon, je mal aus dem Weg. 3. Kind ist da, die Eltern (Haben zwischenzeitlich vergessen, dass sie alles schonmal gesehen haben): Guck mal, wie süß, er macht irgendwas mit der Hand, hol mal die Webcam, das stellen wir gleich ins Internet, wäre ja gelacht, wenn wir damit nicht mehr Klicks bekämen als die Nachbarn, die eingestellt haben, wie sie ihren alten Hund einschläfern lassen. 2. Kind zum 3. Kind: na, 3. Kind zum 2. Kind, ja, ich habe Sie schon mal irgendwo gesehen, Sie sind immer auch irgendwie dabei, gehören sie zum Personal? Wäre es nicht angebrachter, das Kind Burger-Kind zu nennen? Sandwiches isst doch niemand mehr, hat mich eh immer gestört, dass das so genannt wird, eigentlich ist das Doppestulle.

Naja, Fahradbegeisterte denken ja immer: „Geil, fährste hinterher, biste im Windschatten.“ Aber ist halt auch Schatten. Ich beklage mich aber an sich nicht, ich war ja 9 Jahre lang der Jüngste, was mir da nicht gelungen ist, gelingt mir eben später auch nicht mehr.Außerdem habe ich mir von Scha! ein Arztauto und ein Buffalo-Bill-Heft geliehen und nicht zurückgegeben, das brachte mich durch die Kindheit, weil es mich dem Spannungsfeld zwischen Toughness und Fürsorge aussetzte.

Seit nicht mehr geraucht wird in Kneipen, kann man die Kinder ja auch fein dahin mitnehmen. Die anderen Kinder hatten natürlich Handys dabei, meins immer nur so tapfer mit abgerundetem Holzspielzeug still dagesessen. Weniger still dagesessen hat er dann beim zweiten Wii-Golf-Spielen. Da hat er die Gegner mit gezielter Desinformation (haha, du kannst nichts) und Demoralisierung (Chrissi ins Aus, Chrissi ins Aus) so fertiggemacht, dass ich kaum noch was tun musste um zu gewinnen. So ähnlich wie Facebook bei der US-Wahl. Unsere Erde 2 haben wir auch noch gesehen. Im Zoo-Plalast, Kino 1, für mich so eine Art Tempel der Meditation. Bedeutender war für mich eigentlich früher der Royal-Palast, aber der ist, o tempora o modi, Saturn gewichen. Somit hat der Zoo-Palast die Bedeutung des Royal-Palastes zum Teil in sich aufgenommen, also Tempel der Meditation, temple of love leider gar nicht. Früher, als ich in Kreuzberg wohnte und an der FU studierte, bin ich oft dann doch nicht zu Vorlesungen gegangen und habe in der Zeitung (Smartphones gab es ja noch nicht) geschaut, was es im Kino gab und bin dann schnell in die 13 Uhr-Vorstellung von irgendwas gestürzt. Ich habe vielleicht zu früh angefangen mit Uni, ich hätte besser noch zu Hause bleiben sollen, ein bisschen spielen. Heute könnte man es verbinden, denn Professor*innen beginnen damit, ihre Vorlesungen online zu stellen und den Anwesenheitszwang wieder zu lockern.

Jetzt liegen noch zwei Tage vor mir, die in meine Historie als produktiv einzugehen haben. Laune macht das nicht. Ist jetzt nicht gerade so wie beim Wellenreiten, dass man sich drauflegt und die Welle trägt einen immer weiter und man ist berauscht. Ist eher so wie mit so einem Ding, das aussieht wie ein Fottball mit zwei Griffen in orange von Baywatch (siehe unten), in die Wellen rennen und da irgendwas erreichen wollen. Und die Welle denkt sich so: Was ist das denn jetzt für ein Hirbel, immer jib ihm. Ich habe mal im Urlaub ein Wellengleitbrett aus Styropor erworben. Ich warf mich damit auf eine Welle. Dachte ich. In Wirklichkeit warf ich mich damit in den Sand, denn die Welle war schon wieder weg, und das Ding zerbrach. Da muss ich also nachher aufpassen, wenn ich was tun will, dass der Zeitpunkt stimmt. Als ich mal mit einer Jugendgruppe über das Weltmeer segelte, erwarben zwei ein hochwertiges Wellengleitbrett, benannten es sogar, und schleppten es noch vier Monate über das Weltmeer, ohne es zu benutzen. Die Bedingungen waren nirgends am optimalsten (sic) und vielleicht wollten sie es auch schonen.

Ich erwog, eine Frau dort unten einzufügen. Aber die Frauen bei Baywatch tragen immer Bikinis, die ihnen zu eng sind, so dass sie so eine Art Reißverschluss daran leicht öffnen und den Blick auf ihr Dekoltee preisgeben müssen. Ich frage mich, ob ich als Mädchen dächte, ich müsse enorme Brüste haben, um Rettungssschwimmerin zu werden. Das wird ja vermittelt. Ich habe mal gegoogekt, ob große Brüste vielleicht ein Vorteil sind, wenn man schwimmt. Dabei stieß ich aber nur auf die Frage in einem Forum: Wird die Brust einer Frau kleiner wenn sie viel brustschwimmt?  Dieser Angst wollte Baywatch wahrscheinlich aufklärerisch entgegenwirken beim Casting.

Manchmal möchte man die Welt nehmen und sie so drehen, dass man sie nicht sieht.

baywatch-1

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3 Kommentare zu „Burger-Kind und Schwimm-Brüste

  1. Ich glaube, ich muss hier mal wieder mahnende Worte posten. Die Fehler haben in den letzten Posts wieder deutlich zugenommen; das ist es mit der Sorgfalt im Korrekturlesen nicht weit her. Macht sich besonders bemerkbar, wenn man so stuidenratsmässig lateinische Sprüche zitieren will … (oder ist das eine absichtliche Abweichung?). Gestern war ich in einem Kirchenkonzert, da stand im Programmheft der lateinische Text übersetzt und irgendwo stand: „Maria, Bruno der Freuden“, vermutlich hat die Autokorrektur einen lyrischen Brunn nicht kennen wollen (meine gerade eben, im Moment des Schreibens, übrigens auch nicht, hihi). Vor allem bin ich aber natürlich mal wieder beleidigt, weil man mit 3er und mit seb eine schöne Zeit in B. verbringt und sich bei mir nicht mal meldet! Und wegen Buffalo-Bill natürlich auch immer noch!

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  2. Au wein, jetzt habe ich selber Fehler im Text, aber als Kommentator kann man seinen eigenen Kommentar nicht mehr bearbeiten, nachdem man ihn gepostet hat. Shame on me and shame on the system!

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  3. Scha! Sei nicht betrübt, das Arztauto scheinst du ja auch zügig überwunden zu haben. Es kann halt nicht immer Weihnachten nahe der Naturfreunde sein. Sei dir gewiss, es wurde aber daran erinnert und an dich gedacht.
    Analog zu Miet-Likern könnte es ja auch Miet-Lektoranten(Lektoren) geben, würdest du das befürworten?

    Wer issn Ditte? Dit Sandwich-Kind in der Mitte.

    Muss mich mal mit den 3.en von Seb und P treffen.

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