Chemtrailer und Konsens-Streifen

Panem et circensis. Nicht mehr sich berieseln lassen. Selber rieseln, wir werden wie Riesen sein, uns wird die Welt zu klein (HRK). Oder wenigstens die Wäsche zusammenlegen. Man sollte gar kein Fernsehen mehr sehen oder wie das heißt. Netflix oder was. Was man machen kann, ist ein Mal in der Woche einen Film mit F. sehen, der bei Mubi angeboten wird. Habe ich jetzt nicht abonniert, weil die uns zum binge-watching verführen wollen mit ihrem guck mal hier, diesen Film gibt es nur noch drei Tage… Aber man kann die Filme da auch so ausleihen.

Man könnte eine Kulturgeschichte der Ablenkungen schreiben. Einsen, Nullen, Matrix Gaukelwelt. Auch Heroes of might an magic ist nicht dafür erschaffen worden, Lebensglück und Daseinsfreude zu feiern: In Wirklichkeit kann man gar keine Engel kaufen und sie mitnehmen in den Kampf. Nicht mal den Teufel kann man kaufen und ihn mitnehmen in den Kampf (So I ran to the devil, He was waitin‘, I ran to the devil von wegen). Und was für ein Kampf? Bukephalos weiß nicht mehr, wohin sich wiehernd richten. Der große Alexander, abgeworfen, sieht Studentinnen und Studenten mit Pfandlaschen an den Hälsen und fragt „Braucht ihr die noch?“ (Jetzt lebe ich schon länger ohne Heiner Müller als mit).

Als der Trojanische Krieg losgehen sollte, wollten alle Helden nicht. Odysseus tat, als sei er verrückt und salzte sein Feld. Achilles tat so, als sei er nicht Achilles. Das reichte aber nicht. Hätte Menelaos einen Fernseher gehabt, wär er auch gar nicht auf die Idee gekommen, nach Troja zu fahren und Helena wieder an seinen Herd zu binden. Er hätte vielleicht lieber einen Porno gesehen. Vielleicht hätte Achill, das Tier, (C. Wolf) irgendwann mal mit Hektor Civilization gespielt, statt dessen Leiche an seinen Streitwagen zu binden und um die Stadt zu schleifen. Die Geschichte hätte acht Schichten über sie gehäuft und niemand hätte nach ihnen gegraben. Eigentlich besser.

Die Kämpfe von heute sind Ich gegen mich. Massive Attacke.

Ich kann schon mal das Salz holen, vielleicht würde ich mir glauben. Dann müsste ich mich nicht um die Stadt schleifen lassen von mir.

Irgendwer sagt, man dürfe gar keine Bilder aus dem Internet klauen und bloggen. Ich finde ja, ich gebe sie dem Internet nur wieder. Aber ich werde mal wieder Quellen zu nennen beginnen: Auf Mallorca heißen sie Fincas, auf Gozo „Razzetts“, Foto: M. Kirchgessner.

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5 Kommentare zu „Chemtrailer und Konsens-Streifen

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