Fegen mit Feuer

Es wird ganz groß. Ich verbrenn mein Studio. Vergesst, wer ich war.

Meine Wand hat einen komischen Riss, der vorher nicht da war. „Alter, deine Wände habe doch Risse,“ rufen mir die Menschen draußen im Lande zu. Ich hatte ein betrübliches Gespräch mit F. über Ausflüge. Ausflüge laufen so, dass Tochter und Sohn 2 in ihren Zimmern sitzen und Dinge nicht erledigen. Dann spielen sie das Spiel, dass man als letzter zum Auto kommen muss, damit man auch ja keine Sekunde warten muss, bevor es losgeht. Dann streiten sie sich um die Plätze. Wir haben sieben, aber sie streiten sich, weil sie die Plätze, die eine zeitlang immmer alle wollten (im Kofferraum), aus dem Streit ausklammern und einfach so tun, als gäbe es nur die, die dann übrigbleiben. Ich bin dann in einer Stimmung, in der ich denke, „jetzt ein Bier…“ und überlege, ob wir nicht doch eine Tischtennisplatte kaufen sollten und mehr zu Hause bleiben. Wenn wir erstmal irgendwo sind, geht es dann eigentlich, aber das tröstet mich nicht. Wenn ich Dinge schon selber nicht will und mich in Dringlichkeiten winde und denke, kann man das nicht alles an dem Tag beginnen, an dem ich mein Leben total im Griff haben werde, brauche ich nur wenig, um den Eindruck zu erlangen, dass mich der erste Schrei des Scheiterns erschreckt. Die Tauben gurren dann meine Beschähmung ins Grün, das dann auf einmal rauskommt und schaut, ob nicht schon Frühling ist. Und ich denke mir, warum ich nicht mal normal sein kann. Und ein Baumhaus bauen wie ein richtiger Vater. Statt hadern, verzagen, und mich mit großen Würfen werfen wollen. Die Welt, die ich herbeihadere, wäre ja auch für meine Kinder ganz nützlich. Aber wahrscheinlich wird sie nicht kommen. Das verhindern Spinner wie Farid Bang und Kollegah (nur weil es gerade passt: In dessen Lied Apokalypse brennt Jerusamlem und er singt davon, dass danach eine schöne Welt möglich ist, in der Christen, Buddisten und Muslime friedlich miteinader leben. Apokalypse (11:40 ).

Ich verstehe, dass Alexander den Gordischen Knoten nicht entheddern wollte, sondern dann doch lieber mit einem Schwerthieb zerschlug.

Andererseits würde Beppo Straßenkehrer auch keinen Saugroboter wollen, sondern weitermachen mit Schritt Atemzug Besenstrich.

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25 Kommentare zu „Fegen mit Feuer

  1. Ich war ja gegen den Saugroboter, sehe aber jetzt eigentlich nur Vorteile.
    Ich bin für Ausflüge, auch wenn die „Jetzt ein Bier“ Schwelle bereits vor der Türschwelle einsetzt.
    Ich finde Fahr zu Peng und den anderen Spinner zum fremdschämen.

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  2. — für Stilblüten wie: „Die Tauben gurren dann meine Beschähmung ins Grün, das dann auf einmal rauskommt und schaut, ob nicht schon Frühling ist.“

    ++ für: „Die Welt, die ich herbeihadere, wäre ja auch für meine Kinder ganz nützlich.“

    Aber irgendwie unrund und den Anfang verstehe ich nicht und Vater und Bauhaus und so ist ’n bisschen langweilig. Dafür zahl ich doch nicht mein Abo!!!!!!!

    Danke für den Hinweis auf Apokalypse. Hat man dem mal gesagt, dass in Jerusalem ne ganze Menge Moslems wohnen? Und Buddhisten und Muslime leben auch weit von Jerusalem nicht so friedlich zusammen, habe ich mir aus Indien berichten lassen …

    Man weiss aber auch nicht, da gebe ich 3er Recht, ob dieser schluffig-softe-Weicheier-Hip-Hop, den seb hier immer promotet besser ist … Auf jeden Fall ist er zehn Jahre zu jung für ihn, wenn 3er ihn schon peinlich findet, sogar 20 Jahre.

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  3. Bei mir liegt zuviel rum für so einen autonomen Sauger. Und bei Guntron, F., Sohn1, Tochter und Sohn 2 kann ich mir eigentlich auch nicht vorstellen, dass dieser Roboter sich mehr als 10 Zentimeter vor- und zurückbewegen kann. Nichts für ungut, aber spart doch lieber bis die ersten Saugdrohnen eingeführt werden, die dann sirrend in alle drei Dimensionen saugen; nehmen, was das Parkett ihnen gibt, eben übers Regal inhalieren und auch sowieso die ganzen Mikropartikel direkt aus der Luft fischen, bevor sie sich setzen können.

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  4. @ scha! Käptn Peng (Sebs Videos) finde ich okay, Fahr zu Peng (Farid Bang) und diesen Silberketten-Träger-Spinner finde ich zum fremdschämen.

    Mit dem Saugroboter oder besser für den Saugroboter räumt man echt mehr auf. Zumindestens auf der Etage, auf der er sich bewegt.

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  5. Oh, dann stehe ich jetzt wohl ganz alleine da und habe einen bösen battle angefangen, bei dem ich mich schon in einer Allianz sah. Mist! Jetzt gibt es wohl beef. Das erinnert mich an eine Szene aus unserer (Guntrons) und meiner Jugend: „Unser Bekannter S. redete hinter dem (buchstäblichen) Rücken von A. schlecht über diesen (also über A., nicht über seinen Rücken), woraufhin sich A. umdrehte und fragte: „Was hast Du eben gesagt?“ – S.: „Ich? Nichts habe ich gesagt.“

    #Saugroboter: Kommt der auch über Türschwellen? Und saugt er auch Hautschuppen und alte Fingernagelsicheln aus Dielenritzen?

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  6. Was gut wäre:
    jüngere Menschen/eigene Kinder gar/Käptn Peng mögen/lieben und dabei selber cool/souverän bleiben.
    Wie geht das? Michael Gwisdek macht’s vor:

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  7. Naja, das ist ja alles sehr nett und Jan Delay, den SchauspielerInnen und dem Witz der Regie beim Video und Michael Gwisdeks Charme bei der Preisverleihung kann auch ich mich nicht entziehen; aber: warum müssen diese jüngeren Menschen (auch Robert Gwisdek) immer so bambimässig gucken? Nachdenklichkeit und „Authentizität“ ist das nicht; die Robert Gwisdeks, Moop Mamas, Käptn Pengs und Co. spielen genauso wie die alte Rampensau, vielleicht wissen sie es nur nicht und sie spielen halt Verletzlichkeit – und Michael Gwisdek lügt uns allen sowieso die Hucke voll: natürlich ‚denkt‘ er auch in „Oh Boy“ nicht nur nach und sagt dann seine Sätze. Da ist, de hat sie alle schon dreissig Mal vorm Spiegel gesagt.
    Aber das ist ja nur meine Meinung als Kinderloser; hätte ich Kinder, würde ich Bambis auch schätzenswert finden.
    Und cool und souverän sind wir alle! Da müsst Ihr Euch mal keine Sorgen machen!

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  8. Herrlich ein Battle.
    Als 3. er lehne ich mich entspannt zurück und warte auf den nächsten Rundengong.

    Noch was zum Thema des Autors „Fegen“
    [audio src="https://rbbmediapmdp-a.akamaihd.net/content/4a05e48d-0fa2-464f-b2cf-01705f3ffeea_751bafa8-d19b-418a-bbff-cb0b0aaafe70.mp3" /]

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  9. Der Begriff höchst Eisenbahn kommt von einem Versprecher auf der Berliner Bühne. Der Schauspieler sollte sagen. Es wird höchste Zeit, die Eisenbahn kommt gleich. Er sagte das aber nicht.

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  10. @3.er: Also, was seb hier produziert oder vielmehr distribuiert, ist ja wenigstens noch Kultur, wenn auch minderer Güte, aber Du verlinkst hier ja (in absteigender Qualität!) nur Geräusche oder bestenfalls Jingles, eingesprochene Witze!
    Was mir allerdings dabei Hochachtung abnötigt, ist, dass ich vermutlich nicht wüsste, wie ich die so matrix-mässig einzel-link-artig isoliere!

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  11. PS: Wenn man auf dem Sofa sitzt und zuschauen will, darf man den Mund nicht mehr aufmachen, sonst landet unversehens ein Kissen in der Fresse. Weisste doch, oder?

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  12. Ich finde die „fakenews“ großartig, Humor ist halt divers.

    Die Endlosschleife passt einfach thematisch zu diesem Blog, Prokrastination as it´s best.

    Ich wünschte schon auf dem Sofa – noch besser im Garten – zu sitzen anstatt im Büro.

    Dann teile ich doch noch aus, was ist schlimmer als Dauer-Liken?

    Sich selbst ein Gefällt mir zu verpassen! 9. April 2018 um 9:50

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  13. Ich mochte fakenews auch. Und Stsubsaugerdrohnen
    Und tocotronic und käptn Peng. U Klages u Alexander Reinach. Aber vergesst nicht, dass es eigentlich um mich geht…

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  14. „…Aber vergesst nicht, dass es eigentlich um mich geht…“
    Ach so, das muss einem aber auch mal einer sagen.
    Ich dachte es geht um uns…und das Unheil nahm seinen Lauf.

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  15. „Sich selbst ein Gefällt mir zu verpassen! 9. April 2018 um 9:50“ – Moi?

    Russische Hacker! Bin auf dem Track-Pad ausgerutscht! Fake News!

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  16. t9 hat recht, egal was du eintippst, südalgie, nordalgie oder gar westalgie – es wird immer nostalgie draus werden ..

    ich hatte je als 22. kommentar ganz wunderbar nette gesten in alle richtungen verteilt, da war was für scha! dabei, was für 3er und auch für dich, guntron. doch der kommentar is weg – willst mich wohl zum hater machen?

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