Heute wird damals

neulich in Göttingen meinte C., man solle jetzt etwas machen, worüber wir noch in zehn Jahren reden. Irgendwie scheiterte das an mir. Wir gingen dann nochmal zu Effes nachts und aßen dort Falaffel. Das war es aber letztlich nicht. Es ist natürlich auch ein Klischee. Andererseits hätte er das verdient und unsere Göttinger Tage vor 20 Jahren hätten es auch verdient, wo man jeden Tag etwas machte, über das man in zehn Jahren noch redete. Sogar in 20, wie unser zwanzigjähriges Nachtreffen bewies. Was macht man aber, wenn man sich sowas vornimmt? Irgendwas kaputt? Sehr viel trinken? Fremde Menschen trotz der Möglichkeit eines heftigen Konfliktes ansprechen? Eigentlich hatten wir nachmittags ein Gespräch, über das wir gut und gerne in 5-7 Jahren noch reden werden. Es ging darum, ob Leute, die sich immer so Pointen-Bälle zuwerfen, andere Menschen unter Druck setzen, lustig zu sein und wenn diese daran dann scheitern, ist das nicht nur deren Schuld. Die würden sich vielleicht lieber ernsthaft unterhalten. Das ist jetzt schwer wiedergebbar, war aber aber als Gespräch der Brüller. Außerdem hatten wir schon einen drin.

Der heutige Abend reicht vielleicht für, naja, zehn Tage drüber reden. Ich habe immerhin seit heute einen Crosstrainer, den habe ich schon mehrfach zusammengebaut. Das ist schon solider Pointenstoff, ich verstehe aber noch immer nicht, wie der Bildschirm funktioniert, wahrscheinlich gar nicht. Ach, und ich habe grünen Spargel gegrillt. Das ist ganz lecker. F meinte, man müsse den vielleicht einschmieren. Ich griff mir das Öl und schüttete es auf den Spargel. Der lag auf dem Grill, der wiederum eine unfaire Stichflamme machte. Zumindest F. wird darüber noch in zehn Jahren reden… Ich denke, sie meinte, dass man den Spargel nachher einschmieren solle. Sie führte mit Freudentränen Lebensweisheiten an, von wegen Öl ins Feuer und so. Da fällt mir wieder C. ein, der in Abwesenheit seiner Frau mal brennendes Fett in der Pfanne mit Wasser zu löschen gedachte und eine noch viel deutlichere Stichflamme erntete, die nicht Spargel, aber die Küchenwand nachhaltig einrußte.

Wenn man Filme guckt und Coputer spielt, merkt man nicht so, dass man darüber in zehn Jahren nicht reden wird. Bei einigen Filmen redet man immerhin noch lange über den Film, weiß nicht, ob das gilt. Bei Computerspielen bleibt eher so ein Gefühl zurück, dass irgendwas gerade so knapp geklappt hat. Das taugt schon zur Legendenbildung. Zum Beispiel spielte ich gestern Divinity mit meinem Nachbarn. Da brannte ein Schiff, er griff sich einen Eimer und löschte beherzt. Daraufhin kamen lauter Leute angelaufen und schlugen ihn tot. Ich kam dazu, dann schlugen sie mich tot. Das war durchaus erstaunlich, da es ihr Schiff war, das da brannte. Vielleicht wollten sie ihr Schiff nicht von dahergelaufenem Pöbel löschen lassen… Kann man eine Weile drüber reden.

Worüber man auch nicht gut lange reden kann ist: Das war der Tag damals, als ich meinen Schreibtisch total aufgeräumt habe. Und nach dem Essen alles gleich wieder wegräumte. Und die Wäsche sowas von wusch. Das mit dem viel Trinken könnte ich noch hinbekommen. Jetzt höre ich Anne Clark.

An den folgenden vier Wochenenden kommen Seb!, scha und  3´er zu Besuch. Vielleicht. Da müsst ihr liefern, Jungs! Sonst spreche ich über die Begegnung mit euch grad mal, bis der nächste kommt.

Jetzt noch was von Kant: „Wurst“. Zumindest ist Daniel Kehlmann der Ansicht, dass das eines von Kants letzten Worten war, als Gauss ihn besuchte. Oder Alexander von Humboldt?

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2 Kommentare zu „Heute wird damals

  1. Den Spargel natürlich VORHER einölen, NICHT nachher oder dabei. Aber das kann den Anekdote sein, die kein zeitliches Ende hat.

    Hättest du lieber ins Grillen investiert (sei es auch nur Zeit) und diesen Crosstrainer-Mist gelassen.

    Die vier folgenden Wochenenden klingen verheißungsvoll.

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